Markt- und Palasttag

Auf dem Weg zu einer Markthalle ziehen wir bei einer Bank nochmals eine Million Dong. Man kann zwar fast alles mit Karte bezahlen, aber halt nur fast. Das weiss man leider nie so genau. 300000 brauchen wir auch noch für den Shuttleservice zum Flughafen.

Da wir schon wieder zwei 500000er Scheine aus dem Automaten bekommen, ziehen wir eine Nummer und stellen uns für den Wechselschalter an. In einer Ecke der Bank sitzt eine Frau vor einem Monitor und macht Telephone-Internet-Banking. So weit kommt das bei uns bestimmt auch bald.

Auf dem Weg zum Bến Thành Market gibt es wie immer Kurioses zu sehen. Ein Kleinstwagen der Marke VINFAST mit ausrollbarem Parkplatz, ein Moped vollbeladen mit Säcken voller Eiswürfel und vieles mehr. Das macht echt Spaß hier.

Das Marktgebäude ist von 1912 im damals typischen Indochina-Design. Drinnen gibt es eine Fisch- und Fleischabteilung in der man auch Einheimische einkaufen sieht. Das ist allerdings der kleinste Teil. Mehrere Essensstände sind auch vorhanden.

Im Rest gibt es alles an Souvenirs die man sich vorstellen kann. Kaffee der durch die Innereien der obskursten Tiere gewandert ist, Skorpione und Schlangen in Alkohol zur Stärkung der Manneskraft, aufgespießte Tiere in Bilderrahmen – darunter Fledermäuse; Klamotten und Uhren aller Markenhersteller, Schuhe einzeln in Folie eingewickelt (?) ….. In kleinen ‚Nebenstrassen‘ gibt es aber auch Stände die einem ein Kleidungsstück innerhalb eines Tages auf den Leib schneidern. Ich hätte ja gerne ein Hemd mit einem besonders ausgefallenen Muster. Leider finde ich keinen Stoff der mir zusagt.

In einem Café am Rande des Marktes kühlen wir uns ab. So ein Fotomarathon strengt schon an. Der weitere Plan sieht eine Busfahrt vor. Eine Haltestelle sowie der Ticketschalter sollen direkt hier am Markt sein. Wir finden sie, auch nach längerem Suchen und Nachfragen, nicht. Dann halt nicht.

Auf dem Programm steht aber auch noch der Besuch des Wiedervereinigungspalasts aus. Wir schlängeln uns durch den Tao-Dan-Park dahin. Für zweimal 20000, mit vietnamesischem Pass hätten wir in unserem Alter die Hälfte berappt, dürfen wir in den Palast. Das Gebäude ist wirklich sehenswert. Es wurde von dem Architekten Ngô Viết Thụ geplant.

Das Gebäude wird nicht mehr genutzt und so kann man fast alle Räume ansehen. Die Einrichtung ist eher schlicht und nicht protzig wie man vermuten könnte. Auch die Architektur innen ist schlicht, geradlinig und echt toll.

Nach einem weiteren Café schauen wir uns noch den Bunker an. Da hab ich drauf bestanden, weil dort meistens interessante Technik steht. Tatsächlich ist dort eine große Funkanlage, schöne alte Geräte, Fernschreiber, Telefone und Vermittlungsstellen zu sehen. Kurz vor dem Ausgang steht noch ein schöner alter Benz.

Für heute reicht’s und wir quälen uns zum Hotel zurück.

Nach Sonnenuntergang machen wir uns wieder auf. Wir haben heute ein kleines Restaurant gefunden das uns gut gefallen hat. Es bietet vietnamesische Küche, was ganz und gar nicht selbstverständlich ist. Ich nehme süß-saure Squids und Elke Fried Noodles with Beef and Vegetables. Bei meinem Gericht ist nicht ersichtlich ob da Reis dabei ist. Wieder einmal fällt uns auf, dass Englisch nur sehr zäh geht. Einerseits versteht man die Vietnamesen schlecht, denn einige Buchstaben fehlen am Ende der Wörter. Und andererseits ist der Wortschatz von gegenüber gering. Selbst im Hotel mit wahrscheinlich 100% Ausländeranteil ist eine Konversation sehr schwierig.

In einem Bistro an der Straße genehmigen wir uns noch ein Absackerbier. Der Unterhaltungswert ist nicht zu unterschätzen.

2 Antworten auf „Markt- und Palasttag“

  1. Wenn ich die Kilopreise des Kaffees mit denen im Onlineshop aus Deutschland vergleiche, dann kann man vor Ort keine Schnäppchen machen.
    Eine Rösterei aus Berlin nimmt 48€ – 52€ pro Kilo für Kaffee der ausschließlich aus Vietnam stamm, allerdings machen die keine Aussagen ob der Kaffee vorab von irgendwelchen Tieren verdaut wurde. 🤔

    • Moinsen
      Das sind die „Einstiegspreise“! Ich hatte mich für Bonbons interessiert und da fiel der Preis rapide. Die Markthalle ist eine klassische Touristenfalle. Aber es scheint immer noch und immer wieder zu funktionieren.

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