Ock Pop Tok

Leider haben wir immer noch keine Mail mit den Tickets für die Zugfahrt nach Vientiane zurück bekommen. Auf Mails von uns reagiert keiner also versuchen wir anzurufen. Bei der ersten Nummer klingelt es, aber dann kommt nur eine automatische Stimme die wir leider nicht verstehen. Bei einer zweiten Nummer scheint sich ein Mensch zu melden – reagiert aber auf nix. An der Rezeption des Hotels versucht ein Mitarbeiter sein Glück. Er nimmt WhatsApp und wählt dort die zweite Nummer und kann tatsächlich mit jemandem reden. Natürlich auf laotisch! Die finden zwar unsere Buchungsnummer, aber viel weiter geht’s danach nicht.

Der Anbieter hat ein Büro in Luang Prabang. Wir schnappen uns 2 Fahrräder, das hatten wir eh vor, und radeln da hin. Beim Buchen hieß es 7 Tage vorher bekämen wir die Ticketmail. Nach Bezahlung und Bestätigung hieß es dann 3-4 Tage und im Büro hier sind es noch 24 Stunden vor Fahrt. Wir sind echt gespannt ob das klappt!

Wir müssen schon wieder 2 Millionen abheben, nach 4 Tagen! Wir verprassen hier echt vieeel Geld. Da der Automat diesmal nur 50000er Scheine ausspuckt, statt der üblichen 100000er, geht das Portemonnaie nun kaum noch zu!

Dann strampeln wir hoffnungsvoll zum Mekong runter und daran entlang. Mein Hobel ist ein wenig widerspenstig. Das Tretlager knackt und das Hinterrad schleift plötzlich am Schutzblech. Mit etwas Gewalt kann ich zumindest letzteres beheben.

Unser erster Stopp ist am Phosy Markt von gestern. Da wollen wir nochmals mit etwas Zeit fotografieren. Am ‚Eingang‘ stellen wir die Fahrräder ab und müssen wie alle anderen motorisierten Besucher 10000 Kip Parkgebühr berappen. Ob das nun 2 x 5000 sind oder die Fahrräder zusammen zählen erschließt sich uns nicht. Wir erhalten allerdings auch nur eine Nummer.

Das Fotografieren macht echt Spaß, auch wenn Elke die Fleisch- und Fischabteilung auslässt. In der Elektronikabteilung frage ich nach dem Preis für ein Baofeng-Funkgerät. Soviel billiger ist das nicht und ob ich damit durch den Zoll komme ist auch nicht sicher.

Danach fahren wir zur Mekongvilla von Ock Pop Tok. Das hatte uns Danny ans Herz gelegt. Ockpoptok selbst kennen wir bereits seit unserem ersten Besuch in Laos. Hier kann man sehen wie die tollen Webarbeiten, die man überall kaufen kann, hergestellt werden. Mehrere Frauen sitzen an Webstühlen und arbeiten an unterschiedlich komplizierten Mustern. Hut ab! Da muss man ganz schön konzentriert arbeiten! Auch hier lässt es sich toll fotografieren. Wir gönnen uns noch einen Café und Sodawater mit Blick auf den Mekong. Unschlagbar schön!

Im dazu gehörigen Shop könnte man so ziemlich alles kaufen, wenn man es denn brauchen würde. Weil es uns hier so gut gefällt reservieren wir gleich mal für morgen Abend einen Tisch.

Nach einer weiteren Reparatur des Rades geht’s nach Luang Prabang für einen frischen Saft und danach ins Hotel. Mittags um 2 ist einfach zu heiß für mehr.

Nach einer Dusche, einem gekühlten Powernapp und anschließendem Bericht schreiben machen wir uns nochmal auf. Das Wat That Luang liegt nicht weit entfernt hinter unserem Hotel. Im Gegensatz zu vielen anderen sind hier alle Tempel offen. Hierher verirrt sich kein Tourist mehr.

Die Zikaden sind lauter als der Trommler

Auf dem Rückweg sehen wir einen Rolls-Royce Silver Shadow II in einem lindgrün. Wie ist der denn hierher gekommen?

Für heute Abend haben wir einen Tisch im Hotelrestaurant reserviert.

Heute Mittag sind ein paar Angestellte mit Biochem-Behältern durch die üppige Vegetation gezogen. Bei den vielen Teichen hier können wir uns vorstellen dass man ab und zu mal was gegen Mücken machen muss. Kurz bevor wir zum Restaurant aufbrechen hören wir einen Krach und glauben ein wildgewordenes Moped kreist ums Haus. Ich schaue raus und denke es brennt. Dichte Rauchschwaden rund um uns. Es ist ein Rauchbläser! Wahrscheinlich ebenso um Stechviecher zu morden. Es sieht nicht gut aus und riecht auch nicht so. Im Restaurant haben sie die Lüfter so stehen dass die Rauchschwaden weg getrieben werden. Wir sind skeptisch, aber es sitzen viele im Restaurant und lassen es sich gut gehen. Und tatsächlich merkt man dort nichts von dem Ganzen.

Wir lassen es heute richtig krachen. Mekong Seaweed mit geschredderter Büffelhaut in der Chilisoße. Danach ein Laab von der Ente zum selbst anmischen und ein gedämpfter Mekongfisch mit Gemüse und Dips. 2 Flaschen Blubberwasser und eine Flasche Chardonnay aus Frankreich gehören natürlich auch dazu. Zum Abschluss gibt es einen Lao Lao Whiskey der aus Klebreis destilliert wird. Eine niedrige 7stellige Zahl auf der Rechnung haben wir auch nicht alle Tage! Aber das war es echt wert!

Etwas irritierend bei der ganzen Geschichte: junge Asiatinnen (die sich das hier offensichtlich leisten können), sitzen am Tisch, vielleicht auch ein Essen und ein Getränk vor sich, die NUR auf ihr Handy schauen. Permanent, im Sekundentakt, Bilder von sich selbst machen und diese dann bearbeiten. Da könnte eine Bombe am Nachbartisch hochgehen oder der asiatische Brad Pitt neben ihnen sitzen – die kriegen nichts mit. Das ist schon furchtbar! Was machen die hier? Ist doch vollkommen egal wo sie sind. Interessiert sie auch nicht. Wir sind dafür zu alt und können damit auch gar nicht umgehen.

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