Erste Annäherung

Wir haben nur ein Bett und vor allem nur eine Decke :-(. Die Klimaanlage bläst auch genau aufs Bett. Sehr geschickt. Zusätzlich wohnen wir hier an der wahrscheinlich beliebtesten Straße. Also alles in allem nicht die entspannteste Nacht.

In einer Infomappe im Zimmer ist eine Preisliste für Take Little things as Souvenir home. Dort kann man zum Beispiel die Toilette für 15 Mio Dong kaufen. Nettes Mitbringsel.

Zum Frühstück gibt es sehr guten Café. Vietnam ist dafür berühmt. Und ich bekomme eine Suppe. Es ist zwar keine typische Phở, aber nicht weniger lecker. Ein paar Sommer- und Frühlingsrollen runden das Frühstück bei mir zumindest ab. Elke lebt da etwas gesünder.

Dann kaufen wir im Convenience Store Wasser und sehen dabei Popcorn mit dem Namen Netflix.

Das Hotel hat eine laute, aber zentrale Lage. Die typischen Sehenswürdigkeiten sind in Laufnähe. Fahrrad- oder gar Mopedfahren würde hier auch nicht wirklich Spaß machen.

Wir laufen zuerst Richtung Book Street. Auffällig sind die vielen kommunistisch „angehauchten“ Plakate. Das hätten wir hier in der Stadt so nicht erwartet.

In der Book Street ist der Teufel los. Es werden neue und gebrauchte Bücher in verschiedenen Sprachen verkauft. Außerdem die unvermeidlichen Souvenirs. Es gibt aber sehr schöne, handgemachte Postkarten von denen wir für spezielle Geburtstage ein paar kaufen müssen.

Etwas weiter ist das berühmte Postamt. Es wird in manchen Publikationen Gustave Eiffel zugeschrieben. Warum man das nicht genau weiß ist mir ein Rätsel. Aussen an der Fassade hängen verschiedene stuckverzierte Medaillen berühmter Männer. Darunter Samuel Morse und Claude Chappe.

Das Postamt ist tatsächlich noch in Betrieb, auch wenn man das auf den ersten Blick nicht vermuten würde. Drinnen sind gefühlt tausende laute, wuselige Touristen. Jeder wird fotografiert wie er in Unmengen von Postkarten eine passende sucht. Viele schreiben dann tatsächlich vor Ort und kaufen Briefmarken. Der Mann hinter dem Tresen tut mir leid. Aber auch wir stellen uns an.

Danach ist uns nach einem Café. Um die Ecke ist eines was uns zusagt und nicht zu überlaufen ist. Elke nimmt einen Latte und ich einen Egg Coffee. Das ist aufgeschlagenes Eigelb mit Kondensmilch das gelöffelt wird. Ein wenig kalter Café wird dazu gereicht. Nicht schlecht, aber auch nicht DIE Offenbarung.

Weiter die Straße runter kommen wir zur Oper an der ein Rolls-Royce steht. Früher waren das mal Stilikonen. Heute sehen die aus wie jedes andere protzige Auto auch.

Als Kontrastprogramm fährt eine Frau mit Handkarren in oranger Montur und Helm mit einem Reisigbesen herum um die Straße für dieses Gefährt sauber zu machen. An sehr vielen Stellen sitzen Menschen und verkaufen Essen. In kleinen Kohleöfen werden die Speisen erhitzt und direkt weiterverkauft. Andere bewachen reihenweise abgestellte Mopeds für ein kleines Entgelt. Scheinbar bestellt man sich online Café und lässt es sich von Mopedkurieren liefern.

Es ist fast 2 und die Temperatur wird uns zu heftig. Im Hotel gehen wir auf die Roof-Top-Terrasse. Dort gibt es Café, Tee und ein paar Kleinigkeiten zu Essen. Ein paar Engländer sitzen am ‚Pool‘ (5 x 1 m), in der Sonne und trinken Flaschenweise Rot- und Weisswein. Es sind etwa 31°C und 70% Luftfeuchte.

Gegen 5 wird es etwas besser mit der Temperatur und wir laufen los um uns was zu Essen zu suchen. Heute Mittag haben wir in einem Geschäftsturm mehrere Restaurants gesehen.

Auf dem Weg dahin finden wir noch einen Sushiladen an einem Kreisel. Um den herum werden Blumen mit Kuscheltieren mit Doktormützen verkauft. Im Kreisel ist ganz viel Jungvolk dabei sich zu fotografieren. Irgendetwas ist heute scheinbar. Später wollen wir dort in einem Riesenschuppen ein Bier trinken und werden wegen fehlender Reservierung abgelehnt. Dabei sind im Moment etwas 300 Plätze frei.

Entlang der Straße kommen wir immer wieder an primitivsten Garküchen vorbei. Sie sind alle gut besucht! Allerdings sind die hygienischen Bedingungen dort arg begrenzt. Außerdem sitzt man genau auf Abgasniveau und diese „schmeckt“ man schon in Stehhöhe deutlich bei diesem höllischen Verkehrsaufkommen.

Wir entscheiden uns dann doch lieber für das Wrap & Roll. Elke wählt ein Pho und ich nehme verschiedene Sommerrollen. Sehr lecker.

Auf der Suche nach einem Bier werden wir, wie oben beschrieben, nicht so leicht fündig. In einer Bar, mit leicht verdecktem Blick auf eine Kreuzung, kriegen wir dann ein Bier, aber so richtig kommod ist das nicht. Es ist wieder Rushhour, und wenn, muss man schon den direkten Blick haben. So trinken wir im Hotel auf der Dachterrasse weiter…

4 Antworten auf „Erste Annäherung“

  1. Popcorn mit Knobi, würde ich gerne mal probieren.
    Den Egg Coffee finde ich bei den Temperaturen sehr mutig.🤔
    Ist die Kleidung von der Strassenkehrerin klimatisiert gewesen? Da bekommt man bei der Betrachtung ja schon Schweißausbrüche!😥

    • Ja, ich fand das auch mutig mit dem Ei.Aber anscheinend war es ok, sonst ginge es Thomas heute seeehr schlecht.
      Wir wundern uns wie dick angezogen die Menschen hier rumlaufen. Dicke schwarze Hoodies z.B..
      Die Arbeiter draußen sind alle immer komplett bedeckt, meist auch das Gesicht bis auf die Augen. Wir würden sofort kollabieren.

    • Eindrucksvoll auf jeden Fall. Der Unterschied zu Hanoi vor 14 Jahren ist auch schon gewaltig.
      HCMC ist die Stadt der aufstrebenden Youngsters mit unzähligen hippen Cafes. Alte Menschen sieht man wenige, wenn doch bei der Arbeit wie Rikscha fahren oder Müll wegräumen.

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