Heute stehen wir um 5:30 auf. Wir wollen uns die Morgenzeremonie ansehen und auf den Phousi, den weithin sichtbaren Hausberg mit Kloster obendrauf. Die Temperatur ist angenehm um die Zeit.
Mönche gehen jeden Morgen gegen 5 durch die Straßen und sammeln Almosen. Der Sinn dabei ist, dass die Mönche etwas zu Essen bekommen und der Gebende (Buddhist) Verdienste für eine Wiedergeburt erlangt. Einheimische knieen vor ihrem Haus und geben den Mönchen zum Beispiel Reis. Dafür gibt es ganz bestimmte Verhaltensregeln. Z.B. angemessene Kleidung, ruhiges Benehmen, die Mönche nicht direkt fotografieren oder ansehen. Schon 2012 sind uns Touristen übel aufgestoßen die das zu einem Fotoevent degradiert hatten und z.B. in Morgenmänteln vor ihrem Hotel standen. Link dazu
Was wir heute Morgen erleben spottet jeder Beschreibung. An den Straßen knieen fast keine Einheimischen mehr. Statt dessen stehen lange Reihen kleiner Stühle auf denen angekarrte Touristen sitzen. Laotische Frauen haben scheinbar die Straße in Bereiche eingeteilt in denen sie die Touristen mit Opfergaben versorgen. Ob es dazu dient das Chaos wenigstens etwas zu lenken-möglich. Damit ein Mindestabstand zu den Mönche gewahrt wird sind Absperrungen zu den nicht-Spendenden aufgestellt. Touristenguides schauen, dass auch jeder anständig gefilmt werden kann. Anstandsregeln gelten keine mehr. Chinesische Influenzer rennen mit laufender Kamera den Mönchen hinterher und kommentieren alles lautstark. Grausam! Wir können uns gar nicht genug darüber aufregen! Und es ist einfach nur traurig.




Um den Hausberg besteigen zu dürfen bezahlt man mittlerweile 30000 Kip (~1,5€). Es ist aber auch ein Kloster obendrauf. Hierher verirren sich kaum noch Touristen. Die Temperatur steigt schon wieder an und wir ‚erklimmen‘ den Mount Phousi über unregelmäßige Treppen. Oben angekommen hätte man einen schönen Blick über die Stadt, aber es ist viel zu diesig. Im Hotel wurde uns erzählt, daß traditionell die Felder abgebrannt werden um sie für die nächste Aussaat vorzubereiten.





Wir steigen auf der anderen Seite herunter und begeben uns über den Umweg einer Dusche zum Frühstück.


Heute gibt es mal wieder eine Suppe für mich 😋. Wir werden immer von der hübschen und netten Kham empfangen und wechseln immer ein paar Sätze miteinander.
Nach dem üppigen Frühstück ziehen wir wieder los. Nun steht das Wat Xieng Thong auf dem Programm. Wieder berappen wir 30000 pro Person (das Geld geht hier schnell weg). Es sind nicht viele Besucher da, aber die die da sind fotografieren mehr sich selbst als das Kloster. Das Interesse an der Baukunst oder den Statuen scheint insgesamt gesunken zu sein.





Um 3 hat Elke eine Massage gebucht. Daher gehen wir gemütlich zurück. In einem Café wird uns erzählt, daß es gerade keinen Strom gäbe und demnach keinen Café. Strom solle gegen 3 wieder da sein. In alle Geschäfte in die wir rein sehen laufen keine Lüfter und die Lichter sind aus. 100m weiter in einem vornehmen Café ist offenbar Strom da. Der Café ist teuer, aber gut und der Raum gekühlt.

Wir gönnen uns einen Mittagsschlaf. Elke verschwindet gegen 3 zur Massage und ich mache mich auf den Weg zu UXO. Das ist eine Organisation die nach Blindgängern aus dem 2.Indochinakrieg sucht. Es werden durch Blindgänger immer noch Menschen verletzt oder getötet.
An einem Kloster werde ich Zeuge einer ungewöhnlichen Prozedur. Eine ‚Schnur‘ führt vom Auto zu Mönchen die das Auto segnen. Als ich später nochmals daran vorbei komme stehen etliche Autos vor dem Tempel.







3 Ecken weiter ist das Visitor Center von UXO. Es ist immer wieder erschreckend was damals alles passierte. Laos war offiziell nie an dem Krieg beteiligt, hat die Folgen aber bis heute zu tragen.




Ich schlendere danach durch die Straßen und schaue mir einige Läden an. Hier kann man Wasserrohre, Zement, Leuchtmittel aller Art und geflochtene Behälter aus Bambus kaufen.



Ich sehe einen Supermarkt. Das ist echt selten und der ist riesig. Hier gibt es wirklich alles. Klasse! Ich kaufe Minzbonbons, die sich später als Kaubobons entpuppen, Erdnüsse und Erbsen in Wasabi. Das war ein schöner und interessanter Spaziergang.







Heute wollen wir wieder auf dem Nachtmarkt essen. Aber nicht in der schönen Gasse, die ist zu heiß zum sitzen, sondern auf dem großen Platz gegenüber. Das ist nicht soo heimelig, aber etwas luftiger. Zuerst sondieren wir alle Stände und entscheiden uns dann für Dumplings. Die Gemüsespieße sagen uns nicht Recht zu und deshalb holen wir noch ein paar vegetarische Sommerrollen.
Zum Abschluss wollen wir ein Glas Wein auf der Rooftop-Terrasse des Indigo House trinken. Leider gibt es glasweise nur spanischen Wein. Also ein Beer Lao und einen Mocktail. Von hier oben auf den Nachtmarkt zu sehen ist einfach schön.


Ist ja krass: noch 80 Mio Bomben rumliegend: und das in dem kleinen Land!