Zurück in Vientiane

Heute Nacht geht’s uns beiden nicht so gut. Elke meint es wäre die Wurst, ich meine es wäre das untypischerweise nach Fisch schmeckende Seaweed gewesen. Sei es wie es sei – unangenehm!

Nach einer letzten Nudelsuppe fahren wir mit einem TukTuk der chinesischen Marke Wuling zum Bahnhof. Der Tacho geht bis 200, aber die 50 km/h erreichen wir nie, obwohl der Straßenzustand es durchaus zuliesse.

Am Bahnhof werden wir nicht auf der obersten Terrasse rausgelassen, sondern wir müssen noch ein Stück laufen, weil auf der obersten Etage eine Armada von Kleinbussen steht. Sie haben alle gleiche Aufkleber mit chinesischen Zeichen. Die Laoten müssen Prioritäten setzen.

Der erste ankommende Zug ist aus Vientiane und mit Chinesen bestückt. Zuerst steigen die Guides aus und klappen ihr Erkennungsfähnchen hoch. Ein nicht abreißender Menschenstrom ergießt sich danach auf den Bahnsteig.

Unser eigentlich gebuchter Zug existiert auf der Anzeigetafel überhaupt nicht. Interessant!

Wir müssen nach der Fahrscheinkontrolle, anders kommt man nicht auf den Bahnsteig, eine Rolltreppe runter und auf der anderen Seite wieder hoch. Hier staut sich alles. Da hätte ich den Chinesen planungstechnisch mehr zugetraut.

Da es eben nicht chinesisch durchgeplant ist kommt es auch bei der Sitzplatzwahl zu Komplikationen. In der Mitte eines Waggons treffen alle aufeinander und suchen ihre Reihe. Diesmal ist, zumindest unser Wagen, komplett besetzt. Hat man seinen Platz gefunden muss man sein Handy zücken und jemanden anrufen oder ein Video auf voller Lautstärke ansehen. Neben mir sitzt ein Mann aus Kolumbien und telefoniert mit seinem Freund. Laut – ist halt ein Ferngespräch. Der erste Tunnel stoppt das Gespräch abrupt. Links neben Elke wird ein Video angesehen. Irgendwer hört die laotische Hitparade und lässt uns daran teilhaben. Nach einer Weile schlafen aber Viele. Einer hat ein Buch aufgeklappt. Sehr verdächtig!

Mit meinem Sitznachbar komme ich ins Gespräch. Telefonieren geht ja auch Grad nicht. Wir finden Fotografie als gemeinsames Thema und schwätzen die ganze Zeit bis Vientiane. Er wollte eigentlich 2 Jahre unterwegs sein und muss nun wegen gesundheitlicher Gründen vorzeitig abbrechen. Es sind kurzweilige 2,5 Stunden.

In Vientiane suchen wir einen Transport zum Hotel. Zwei Reisende aus LA versuchen das auch und dadurch wird es für uns und sie erheblich billiger.

Das Bloom Boutique Hotel kennen wir ja nun schon und unser Zimmer ist so früh auch schon fertig. Wir ziehen uns kurz um und gehen um die Ecke in ein Café. Danach gönnen wir uns einen Mittagsschlaf, sind ja noch ein bisschen malade.

Gegen 5 stiefeln wir wieder los. Die Vorbereitungen zum Neujahrsfest laufen auf Hochtouren. Überall werden Bühnen aufgebaut. Selbst der Foodmarket muss sich verlagern. In einigen Geschäften gibt es gerade Mal wieder keinen Strom, aber das stört hier niemanden. Den Boxen und Lichtanlagen zu urteilen sind wir froh übermorgen abzureisen. Das ist dann wahrscheinlich nicht mehr auszuhalten.

Selbst in den Klöstern laufen irgendwelche Vorbereitungen. Wagen werden wie am Rosenmontagszug aufgestellt oder Tribünen für hohe Persönlichkeiten gebaut.

Da es Elke magentechnisch immer noch nicht so gut geht suchen wir das Restaurant unseres Vertrauens auf. Sie nimmt einen Salat und ich das Chicken Satay. Am Nebentisch sitzen 8 Laoten zum Essen, Biertrinken und Billardspielen. Ein paar Worte können wir sogar wechseln.

6 Antworten auf „Zurück in Vientiane“

  1. Wünsche euch einen schönen Rückflug ohne Komplikationen. Die Piloten von Lufthansa streiken heute und morgen.
    Bis bald und gute Besserung an euch beiden.

    • Wie gut also dass wir mit Singapore Airlines fliegen.
      Alles wieder gut, wir werden nachher ein Abschiedsessen genießen können. Und das ein oder andere Beerlao 😢.

      • Genießt nochmal die Exotik im fernen Land, bevor ihr euch auf die rheinland-pfälzische Küche freuen könnt oder die Exotik hier in Mainz.
        Kommt gut wieder nach Hause zurück! Liebe Grüße Jutta und Dieter!

        • Danke für eure Wünsche!
          Wie so oft: zwischendrin sehnt man sich nach einem Fleischwurstbrötchen oder einem Käsebrot. Und nach 2 Tagen Zuhause wird Thomas seiner Nudelsuppe zum Frühstück nachtrauern und ich dem frischen Obst oder dem leckeren Avocadosalat…😁

  2. Das Neujahrsfest scheint ja eine bierselige Veranstaltung zu sein.
    Eigentlich heißt es in Ländern mit „fremder“ Darmflora ja immer „peel it, cook it or leave it“. Aber Christian ging es auch mal nach einer nicht gut durchgebratenen Wurst ziemlich dreckig.
    Kommt gut heim!

    • Ja, Bierseelig und bei dieser Trockenheit mit sehr viel Wasser verbunden. Das wundert uns schon sehr. Es gibt Wasserspritzpistolen zu kaufen die sind mindestens einen Meter lang.
      Es geht uns Beiden wieder gut.Thomas gestern bereits, da war ich noch etwas vorsichtig. War höchstens die sehr kleine Schwester von Montezuma. Gott sei dank.
      Schade dass es morgen heimwärts geht: wir hatten uns gerade an die Hitze gewöhnt🥵.

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